Religiös begründeter Terrorismus

Am Beispiel:

Bei dieser Form des Terrorismus steht die religiöse Begründung im Mittelpunkt und gilt als Rechtfertigung und Legitimation für terroristische Aktionen.

Der Grundstock des religiösen Terrorismus bilden die Normen religiöser Fundamentalisten. Religiös motivierte Gewalt stellt einen Selbstzweck dar: eine heilige Pflicht wird erfüllt, die als göttliche Forderung oder als heiliges Gebot betrachtet wird. Meist entwickelt sich diese Form des Terrorismus in Gebieten mit schlechten Wirtschaftsverhältnissen und sozialen Problemen, sowie in stark religiös-traditionalistisch geprägten Gesellschaften, in denen die religiöse Argumentation auf fruchtbaren Boden fällt.

Seit den 80er Jahren hat der religiös begründete Terrorismus vermehrt an Bedeutung gewonnen. Bespiele dafür sind radikal-islamische Organisationen wie die palästinensisch-sunnitisch-islamistische Hamas, die libanesische Hisbollah und die Netzwerkorganisation Al-Qaida. Auch unter den ProtestantInnen in den Vereinigten Staaten gibt es extremistische Strömungen, wie die Christian-Identity-Bewegung, zu welcher auch der Ku-Klux-Klan gezählt wird.

Islamistische Terrorgruppen wie Al-Qaida verwenden den Terrorismus nicht mehr als eine politisch-militärische Strategie. Die Attentate und die damit verbundene Verbreitung von Angst sind das Ziel. In Gesellschaften mit einer geringen Gewaltschwelle ist der Effekt durch mediale Aufbereitung von blutigen Bildern leicht zu erreichen.

Ein neuer Angriffspunkt islamistischer Gruppierungen ist die Wirtschaft. Durch die Globalisierung entstehen immer losere Terrornetzwerke, deren Existenz nicht mehr auf einen Staat beschränkbar ist. Dadurch können sie von Geheimdiensten schwer entdeckt und aufgelöst werden. Ihre Verbindung ist die Ablehnung von Demokratie, Säkularisierung, Moderne und Kapitalismus. Ziel ist eine weltweite Errichtung einer „fundamentalistisch theokratisch geführten und vorkapitalistischen Gesellschaft.“ (Wolfgang Aschauer 2008, S.13). Durch die Ausweitung der Feinddefinition steigt die Zahl der Opfer. Religiös motivierter Terrorismus findet seine Legitimation in Gott oder allgemein in der Religion, wodurch die Selbstaufopferung als sakraler Akt gesehen wird. Deshalb findet man in dieser Form des Terrorismus eine große Anzahl von Selbstmordattentätern, da ihnen durch den eigenen Tod für Gott das Paradies versprochen wird.

Es sollte aber nicht das Bild entstehen, dass jeder Muslime den Dschihad gerechtfertigt findet. Zwar legt die Mehrheit der arabischen und somit auch der nahöstlichen, vor allem der palästinensischen Bevölkerung eine antiamerikanische Haltung, wie sie von Bin Laden propagiert wird, an den Tag, heißt aber den Terrorismus und die Anschläge des 11. September keinesfalls gut.

(red)

Links und Lesetipps

Bundeszentrale für politische Bildung: Linkliste zum Thema Terrorismus (abgerufen am 18.01.2018)

Quellen

Bild: Pixabay (abgerufen am 07.01.2018)

Christine Hirtl: Psychologische Aspekte des Terrorismus. Salzburg: 2001.

Werner Thiede: Religioese Hintergruende des Terrors. In: Wissenschaft und Frieden. Jg. 20, S. 29 – 32.

Aschauer, Wolfgang (2008): Tourismus im Schatten des Terrors. Eine vergleichende Analyse der Auswirkungen von Terroranschlägen (Bali, Sinai, Spanien). München: Profil.