Börsenmarkt

Am Beispiel:

Seinen Ursprung hat die Börse in Brügge (Flandern). Denn dort betrieb die Familie van de Beurse (lat. bursa = Beutel, Ledersack) im 14. Jahrhundert einen Gasthof für Kaufleute, die sich dort regelmäßig trafen und Informationen über Warenpreise austauschten. Man traf sich auf der Messe bei den „Beursen“, weshalb man bis heute von der „Börse“ spricht.

Entstehung der Börse

1531 wurde das erste Börsengebäude in Antwerpen, den Niederlanden, errichtet. Das Besondere an der Börse ist, dass man seine anzubietenden Waren nicht mitbrachte, sondern nur mit Bescheinigungen über die eigenen Waren (Wechsel) handelte, da Transporte teuer gewesen wären. Diese Art nennt man Waren- oder Produktenbörse.

Wie funktioniert die Börse?

Die Börse funktioniert nach Angebot und Nachfrage. Wenn also die Nachfrage nach einer bestimmten Ware groß ist, steigt der Wert. Durch eine Preisfestsetzung wird ein Gleichgewicht geschaffen, der Kurs, an dem man sich orientieren kann.

Weitere Entwicklung

Später begannen die Börsianer (Kaufleute an der Börse) auf riskante Schifffahrten bzw. deren Erfolg oder Misserfolg zu wetten. Somit konnten die Kaufleute gemeinsam in ein Schiff investieren, der Gewinn wurde geteilt oder der Verlust gemeinsam getragen. Diese Wetten nennt man Spekulationen. Die Kaufleute mussten sich ein Bild von der Zukunft machen und gingen dabei immer ein gewisses Risiko ein. Hierbei spricht man von der Effekten- oder Wertpapier-Börse. 1602 gründete man die Ostindische Kompanie, ein gemeinsames Unternehmen, das Schiffe beherbergte. Diese Anteile der ostindischen Kompanie wurden dann an der Börse gehandelt, wobei man von Aktien spricht.

Risiken an der Börse

Damals schwankten die Preise extrem. Kurse konnten dramatisch abstürzen, wenn das Gerücht aufkam, dass ein Schiff untergegangen sei. Jemand, der diese Kursschwankungen auszunutzen verstand, indem er Aktien an einem schlechten Tag kaufte und an einem guten Tag wieder verkaufte, konnte ein Vermögen verdienen. Immer wieder kam es zu einem sogenannten Börsenkrach, einem „Crash“, von dem dann die Rede ist, wenn ein extremer Kursabsturz einer ganzen Gruppe von Aktien erfolgt. Der Crash wird meist durch negative  Nachrichten und Informationen ausgelöst und führt dazu, dass panikartig Aktien verkauft werden und dadurch keinen Wert mehr besitzen.

Es gab in der Geschichte mehrere solcher „Crashs“. Der 28. Oktober 1929 ist als „Schwarzer Freitag“ bekannt, viele Menschen verloren damals ihr gesamtes Geld, das sie in der Börse investiert hatten. Es gibt also an der Börse immer „Hoch“ und „Tiefs“, sie sind der höchste oder der tiefste Kurs des Jahres. Heute gibt es beträchtliche Vorkehrungen, um solche Ereignisse zu vermeiden. Der Börsenteil von Tageszeitungen bietet wichtige Informationen über das Börsengeschehen. (red)

Lesetipps und Links:

NYSE Stock Exchange: New Yorker Börse; www.nyse.com (abgerufen am 10.1.2018)

London Stock Exchange: Londoner Börse; www.thelondonstockexchange.com (abgerufen am 10.1.2018)

Hong Kong and Exchanges and Clearing Limited: Börse Hongkong; www.hkex.com.hk (abgerufen am 10.1.2018)

Wiener Börse; www.wienerborse.at (abgerufen am 10.1.2018)

attac Österreich (abgerufen am 10.1.2018)

Christian Felber. 50 Vorschläge für eine gerechte Welt. Gegen Konzernmacht und Kapitalismus. Deuticke Verlag, Wien 2006

Quellen:

Nikolaus Piper (2002): Geschichte der Wirtschaft. Einheim, Basel, Berlin: Beltz Verlag, S. 83-88; ISBN 3-407-75310-1

Hans Georg Schachtschabel (1979): Lexikon der Wirtschaftspolitik. München: Wilhelm Goldmann Verlag, S. 26; ISBN 3-442-10806-3

Wikipedia: Börse (abgerufen am 10.1.2018)

Bildquelle:

pexels.com (abgerufen am 18.1.2021)