Wasser

Geldmittel, Rohstoffe, Hilfsquellen und Reserven werden als Ressourcen bezeichnet, also alle Rohstoffe und Energieträger.

Zum Beispiel: Wasser

Reine Kriege um Wasser wird es wohl auch in naher Zukunft nicht geben, ebenso wie es im Allgemeinen keine reinen Kriege nur um Ressourcen gibt. Als Kriegsursachen kommen immer mehrere Einflüsse zusammen. Was aber nicht bedeuten muss, dass Auseinandersetzungen um Wasser Konflikte nicht verschärfen könnten.

Migration und innerstaatliche Konflikte

Das Absinken des Grundwasserspiegels führt vorrangig zunächst zu Migration, nicht zu Auseinandersetzungen. Es hat jedoch bereits in Bolivien aufgrund der Privatisierung des Wassers und der damit einhergehenden Teuerung Konflikte unter der einheimischen Bevölkerung gegeben. Innerstaatliche Konflikte zwischen Gruppen nehmen also auch aufgrund der ungleichen Verteilung von Wasser zu.

Die Situation im Nahen Osten

Die Region des Nahen Osten ist mehr oder minder eine wüstenhafte Zone. Die Wasservorräte sind dauerhaft begrenzt, der Verbrauch steigt jedoch weiterhin an. Das liegt an der zunehmenden Verstädterung und an der Zunahme der zu bewässernden Flächen. In manchen Regionen herrscht bereits Wassermangel, dadurch nehmen auch die Spannungen zu.

Ein solcher Konflikt um Wasser herrscht schon länger in Israel rund um den See Genezareth. Israel besitzt die meisten Ansprüche über die Jordanzuflüsse. Einerseits haben Israel und Jordanien zusammen ein Defizit von fast 300 Millionen Kubikmetern pro Jahr, andererseits wird der Machtanspruch der Jordanzuflüsse besonders gegenüber den PalästinenserInnen ausgenutzt. So verbraucht ein/e israelische/r EInwohnerIn etwa zehn Mal so viel Wasser wie einem/r PalästinenserIn zugestanden wird. Hinter dem Konflikt zwischen beiden stehen aber auch eine Reihe anderer Faktoren, demnach ist auch hier das Wasser nur konfliktverschärfend.

Projekte

Manche Länder verfolgen Projekte zur Nutzung der eigenen Wasserressourcen. In Ägypten wurde das Projekt „Neues Tal“ westlich des Nils gestartet. Auch in Jordanien gibt es zwei Infrastrukturprojekte, um den Wassermangel zu überwinden.

In der Südost-Türkei wird an mehreren Stellen der Fluss Euphrat aufgestaut. Das Ziel ist das „Great Anatolia Projekt“. Der Fluss wird folglich zum Privateigentum gemacht und somit sind die benachbarten Länder Syrien und Irak vom guten Willen der Türkei abhängig, um das Wasser des Euphrat nutzen zu können. Diese Situation hat bereits mehrmals zu Kriegsdrohungen geführt.

Allgemein werden in jenen Gebieten, in denen Stauseen gebaut werden, einheimische Bevölkerungsgruppen meist vertrieben und umgesiedelt, dafür aber nicht entschädigt, was zu Konflikten führt. (red)

 

Lesetipps und Links:

http://www.hpwt.de/Kalterkrieg2.htm (abgerufen am 10.1.2018)

Quellen:

  • Dr. Jens Soentgen: Wasser – Kriegsgrund der Zukunft? Zivil 4/2004, S. 19
  • Gresk, Rekacewicz, Samary & al. (2006): Atlas der Globalisierung. Paris: Armand Colin, S. 119.

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