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Selbstmordattentat
Nach der Definition des israelischen Psychologen Ariel Merari ist ein Selbstmordanschlag eine "absichtsvolle Selbsttötung mit dem Zweck, andere zu töten, im Dienste eines politischen oder ideologischen Ziels."
Von 1981 bis 2006 wurden mehr als 1.200 Anschläge in 29 Ländern verübt. # Selbstmordattentate hat es schon immer gegeben und sind in fast jedem Land bekannt. Ein Bespiel aus der früheren Geschichte sind die mittelalterlichen Assassinen, Mitglieder eines islamischen Geheimbundes, der gegen Ende des 11. Jahrhunderts in Persien und Syrien Meuchelmorde durchführte. Die Terrorgruppen bedienen sich der medialen Wirkung von Selbstmordattentaten, die besonders hoch beim stetig ansteigenden Frauenmärtyrertum ist.
Selbstmordanschläge werden von den Terrorgruppen nicht als Selbstmord gesehen, sondern als Märtyrertod. Selbstmord ist für sie etwas schwaches und egoistisches, der Märtyrertod hingegen eine Heldentat.
Zum Bespiel: Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)
Die "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE) haben weltweit die meisten Selbstmordanschläge verübt. Das Attentat auf Rajiv Gandhi 1991 zählt zu den bekanntesten. Ihr Kampf gilt dem Erlangen der Unabhängigkeit des von Tamilen dominierten Nordens und Ostens Sri Lankas vom Rest der Insel. Ihre Ziele sind militärische Einrichtungen, symbolische Objekte oder bedeutende PolitikerInnen. Durch die sorgfältige Auswahl der Opfer und die Vermeidung, die Zivilbevölkerung zu verletzen, ist die Zahl der Opfer niedriger als die von islamistischen SelbstmordattentäterInnen. Familien in Sri Lanka zeigen Stolz und Freude, wenn ein Familienmitglied sein Leben für den Kampf opfert. #
Die "Schwarzen Tiger", die Mitglieder der Eliteeinheit, welche die Selbstmordanschläge der LTTE ausführen, nehmen sich selbst als "selbstlose, säkulare Märtyrer" wahr. Sie sterben nicht für die Belohnung im Jenseits, wie islamistische SelbstmordattentäterInnen, sondern für die oben erwähnte Unabhängigkeit. #Sie werden für das Selbstmordattentat, für das sie jederzeit bereit sein müssen, speziell ausgewählt und ausgebildet. LTTE-KämpferInnen können bei Auseinandersetzungen sterben, "Schwarze Tiger" "müssen" sterben. Der Tod für das Volk verleiht ihnen "Ehre" und die Gewissheit, in der Erinnerung ihres Volkes weiterzuleben.
Tote Mitglieder werden als Helden verehrt und an einem Gedenktag (5. Juli) gefeiert. (red)
Links und Lesetipps
Sri Lanka: www.dfg-vk.de/thematisches/aktuelle-kriegsgebiete/0000/138
Selbstmordattentate in Afghanistan
Quelle
Bildquelle (Flagge der LTTE): Wikipedia