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Umweltgifte

Zum Beispiel: Ölpest im östlichen Mittelmeer durch den Libanonkrieg

Passieren Unfälle in Anlagen und Transportern mit Öl oder anderen Gefahrengütern, muss das kontaminierte Erdreich abgetragen, im Wasser – mehr oder weniger wirksame – Ölsperren errichtet werden. In Kriegszonen konzentrieren sich Rettungskräfte vorrangig auf Menschen – ungesichert und mit mangelhaften technischen Mitteln.

Im Golfkrieg brannten monatelang Bohrtürme und Anlagen. Durch Anschläge werden Pipelines unterbrochen, um den Export zu behindern. Wie viel Öl und andere Chemikalien versickern dabei ungehindert im Sand oder in der Erde? Sollen durch Militäraktionen die Treib- und Heizstoffreserven des "Feindes" dezimiert werden?

Im Krieg zwischen Israel und Libanon bombardierte die israelische Luftwaffe vom 13. bis 15. Juli 2006 das Elektrizitätswerk Jieh (südlibanesische Mittelmeerküste). Zwei große Öltanks brannten drei Wochen lang und verbreiteten Krebs erregende Schadstoffe. Durch die israelische Luft-, See- und Landblockade des Libanon wurde eine effiziente Bekämpfung der Ölpest verhindert. Selbst der Vertreter des UN-Umweltprogramms (UNEP) musste vom Verursacher der Umweltkatastrophe eine Überfluggenehmigung für den Küstenstreifen einholen.
UmweltschützerInnen schätzen, dass 150 Kilometer der Küsten vom Libanon und von Syrien vom Ölteppich betroffen ist. Zwischen 15 und 30.000 Tonnen Öl waren ausgelaufen, verdunstet, an Steinen und Sand festgesetzt, durch Strömung und Wind auf das Mittelmeer getrieben bzw. auf den Meeresgrund abgesunken. (Die drittgrößte Ölkatastophe im stark belasteten Mittelmeer.) Betroffen war auch die 10.000 Jahre alte Hafenstadt Byblos.

Umweltschutzorganisationen forderten die EU auf, den Libanon technisch zu unterstützen. Lokale NGO-MitarbeiterInnen waren bereit, ehrenamtlich zu helfen. Durch die Kämpfe wurde im Norden Israels und im Südlibanon mehr als eine halbe Million Bäume durch Feuer vernichtet. Die Wiederaufforstung wird bis zu 60 Jahren dauern. Etliche "Projekte Wälder für den Frieden" gingen nach israelischem Raketenbeschuss in Flammen auf.

Die Regierung des Libanon will Israel wegen Bombardierung des Kraftwerks vor dem Internationalen Strafgerichtshof (ICC) verklagen und beruft sich dabei auf Artikel 8 des ICC-Statuts. Ein vorsätzlicher Angriff in der Kenntnis, dass dieser "weitreichende und langfristige Schäden an der natürlichen Umwelt verursachen wird", kann als Kriegsverbrechen gewertet werden.   (mr)

Links

ANND (Libanon): www.annd.org

Flüchtlingskinder im Libanon (Deutschland): www.lib-hilfe.de

de.wikipedia.org/wiki/Israel-Libanon-Konflikt_2006#Opfer

www.avnery.de

Quelle

Karin Leukefeld, 22.8.2006, redigiert v. Matthias Reichl, Volltext: www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Libanon/leukefeld4.html

Bildquelle: commons.wikimedia


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