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Gewalt-Dreieck

Das "Gewalt-Dreieck" stammt vom weltweit bekannten Friedensforscher und Soziologen Johan Galtung (geboren 1930 in Norwegen). Die drei Formen der Gewalt sind voneinander abhängig und treten gemeinsam auf. In jeder "Ecke" des Dreiecks kann Gewalt ausbrechen und wird dann leicht auf die anderen Formen übertragen. Wenn strukturelle Gewalt institutionalisiert und kulturelle Gewalt verinnerlicht ist, dann steigt die Gefahr, dass sich auch die persönliche, direkte Gewalt verfestigt, so Galtung.

Gewalt-Dreieck

Direkte Gewalt 

Jenen Typ von Gewalt, bei dem es eine/n AkteurIn gibt, bezeichnen wir als personale oder direkte Gewalt. Die Gewalt ohne eine/n AkteurIn wird als strukturelle oder indirekte Gewalt bezeichnet. In beiden Fällen können Individuen im doppelten Sinne der Wörter getötet oder verstümmelt, geschlagen oder verletzt werden. Aber während diese Konsequenzen im ersten Fall auf konkrete Personen als AkteurInnen zurückzuführen sind, ist das im zweiten Fall unmöglich: hier tritt niemand in Erscheinung, der einem anderen direkt Schaden zufügen könnte; die strukturelle Gewalt ist in das System eingebaut und äußert sich in ungleichen Machtverhältnissen und folglich in ungleichen Lebenschancen.  

Kulturelle Gewalt

Unter kultureller Gewalt wird jede Eigenschaft einer Kultur bezeichnet, mit deren Hilfe direkte und/oder strukturelle Gewalt legitimiert werden kann. Diese Form der Gewalt tötet nicht, aber sie trägt zur Rechtfertigung bei. Als Beispiel für kulturelle Gewalt kann die rechtsextreme Ideologie der "natürlichen Ungleichheit" ("Herrenvolk") angeführt werden.  

Strukturelle Gewalt

Befragt, wann und wie ihm seine für die Friedensforschung bahnbrechende "Theorie der strukturellen Gewalt" als Erweiterung des klassischen Gewaltbegriffs eingefallen sei, erzählt Johan Galtung dem befreundeten Zukunftsforscher Robert Jungk folgendes: zu abendlicher Stunde saß er am Dach des Gandhi-Institut in Benares (Indien) und dachte über das Verhältnis von Armut als Folge imperialer Unterdrückung nach. Bei dieser Gelegenheit kam er zu einer prinzipiell neuen Sicht des Wesens staatlicher Macht.   (red)

Quellen

Johan Galtung (1990): Cultural Violence. In: Journal of Peace Research, Jg. 27, Nr. 3/1990, S. 291 ff.

Robert Jungk: Vorwort: Ein Arzt ganz anderer Art. In: Johan Galtung (1984): Es gibt Alternativen. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Johan Galtung (1980): Gewalt, Frieden und Friedenforschung. Reinbek.


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