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Kapital

In der Volkswirtschaftslehre gibt es – neben den Produktionsfaktoren "Arbeit" und "Grund und Boden" – den dritten Faktor "Kapital". Der Begriff stammt vom italienischen Ausdruck "capitale" ab, was übersetzt "Hauptsumme, Reichtum" heißt. 

Zum Beispiel: Dollardeckung der USA

Als Staat über die Weltwährung zu verfügen, bedeutet Mehrwert auf den Konten der Banken und Konzerne. Die Weltwährung ist die Währung, über die der wichtigste internationale Handel bestimmt wird.

Als das britische Empire die größte Macht war, galt dieses Prinzip für das Pfund, besonders für Kohle- und Stahlgeschäfte, heute gilt es für den US-Dollar, über den hauptsächlich die Erdölgeschäfte abgewickelt werden.

Der US-Dollar als Weltwährung 

Durch die Gründung der Weltbank, des Weltwährungsfonds und der Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen GATT 1947 sollte die Stabilität der Weltwährungen (US-Dollar, Yen und europäische Währungen) international garantiert werden. Die USA gaben damals bekannt, den US-Dollar durch die amerikanischen Goldvorräte zu sichern. Jeder Staat, der Dollar besaß, konnte diese dafür in Gold umtauschen. Dies war die Basis und das Fundament für eine 25 Jahre andauernde, stabile Weltwirtschaft.

Inflation des US-Dollars 

Aufgrund des Vietnam-Krieges kam es in den 70er Jahren zu einer Inflation (= andauernde Entwertung des Geldes und Anstieg des Preisniveaus) des Dollars. Deshalb wurde das System der Golddeckung von der amerikanischen Regierung abgeschafft und durch ein neues System der Öldeckung des Dollars ersetzt.

System der Öldeckung 

Durch ein bilaterales Freundschaftsabkommen verkaufte Saudi-Arabien sein Öl nur noch und überall in der Welt gegen US-Dollar und nicht mehr in der jeweiligen Landeswährung. Auch die OPEC hat sich nach dem Abkommen der Öldeckung durch den Dollar angeschlossen. Viele Länder dieser Welt brauchen Öl, weil sie kein eigenes besitzen, was zur Folge hat, dass sich ein Land, wenn es Öl kaufen wollte, vorher immer Dollar besorgen musste. Und so wurde eine fortdauernde, weltweit starke Nachfrage nach dem Dollar garantiert. 100 % aller weltweiten Ölgeschäfte und 80 % des Handels der übrigen Waren auf dem Weltmarkt werden mit dem Dollar bezahlt. Der Gewinn der Erdöl exportierenden Länder durch den Ölverkauf und den damit eingenommenen Dollar sind wieder in die USA investiert worden.

Der Irak-Krieg

Das Haushaltsdefizit seit 2001 unter der Bush-Regierung beläuft sich auf etwa sechs Billionen Dollar und nur durch die ständige Nachfrage nach dem Dollar und den Staatsanleihen (= verzinste Wertpapiere) konnten die USA ihr Defizit begleichen. Dieses System galt als nicht hinterfragbar und unangefochten – bis ins Jahr 2000, als Saddam Hussein beschloss, sein Öl nicht mehr gegen US-Dollar, sondern gegen Euro zu verkaufen.

Nach Ansicht einiger FriedensforscherInnen war demnach die eigentliche Kriegsursache nicht das große Erdölvorkommen, sondern die Sorge der USA, dass andere Länder sich daran ein Beispiel nehmen würden und das System der Öl- und Dollardeckung nicht mehr funktionieren und in der Folge der Dollar seine Funktion als Weltwährung verlieren könnte.

Im Jahr 2006 hat auch der Iran angekündigt, sein Öl in den jeweiligen Landeswährungen bzw. in Euro verkaufen zu wollen. Und seit November letzten Jahres verkauft der Iran immer größere Anteile seines Öls nicht mehr gegen Dollar. Der Iran ist nun dabei, seine gesamten Dollarreserven aufzulösen (etwa 58 Milliarden). Und auch Russland, Venezuela und Japan haben angekündigt, ihre Dollarreserven und Anleihen einzustellen. Den ersten Platz nimmt aber immer noch China ein: Das Reich der Mitte hat inzwischen die Summe von etwa 1,04 Billionen US-Dollar gehortet, kauft mittlerweile aber immer mehr Öl in der chinesischen Landeswährung ein. (red)

Quellen

Steffen Bogs & Klaus Fischer: Iran – Schwachpunkt Dollar. In: Guernica 2/2007, S.7

Interview mit Andreas Zumach

Bild: sxc.hu


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